Ketogene Ernährung bei Krebs: Was zeigen aktuelle Studien?

Ketogene Ernährung bei Krebs: Was zeigen aktuelle Studien?

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Kann eine ketogene Ernährung die Krebstherapie sinnvoll unterstützen? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler seit vielen Jahren. Neue klinische Studien und wissenschaftliche Übersichtsarbeiten liefern interessante Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf den Tumorstoffwechsel, die Körperzusammensetzung und das Wohlbefinden von Krebspatienten.

Die ketogene Ernährung zeichnet sich durch eine stark reduzierte Kohlenhydratzufuhr und einen hohen Fettanteil aus. Dadurch stellt der Körper seinen Energiestoffwechsel teilweise um und bildet vermehrt sogenannte Ketonkörper.

Besonders interessant für die Krebsforschung: Viele Tumorzellen weisen einen veränderten Zuckerstoffwechsel auf. Wissenschaftler untersuchen deshalb, ob eine gezielte Ernährungsumstellung die Stoffwechselbedingungen beeinflussen und damit eine Krebstherapie ergänzen kann.

Doch was ist tatsächlich wissenschaftlich belegt? Wir haben die häufigsten Kritikpunkte anhand neuerer Studien betrachtet.

Kritikpunkt 1: Eine ketogene Ernährung kann Krebs heilen

Eine ketogene Ernährung ist keine eigenständige Krebstherapie und sollte eine medizinische Behandlung niemals ersetzen.

Die Forschung konzentriert sich vielmehr auf ihren möglichen Nutzen als begleitende Maßnahme.

Dabei werden insbesondere folgende Zusammenhänge untersucht:

  • Veränderungen des Blutzucker- und Insulinstoffwechsels

  • Mögliche Einflüsse auf das Tumorwachstum

  • Auswirkungen auf die Verträglichkeit medizinischer Behandlungen

  • Veränderungen der Lebensqualität während einer Krebstherapie

Eine klinische Studie mit 80 Brustkrebspatientinnen zeigte beispielsweise, dass eine begleitende ketogene Ernährung bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittener Erkrankung mit einer stärkeren Verringerung der Tumorgröße verbunden war als die Ernährung der Kontrollgruppe.

Diese Ergebnisse liefern interessante Hinweise auf mögliche ergänzende Wirkungen, die in weiteren klinischen Studien untersucht werden müssen.

Kritikpunkt 2: Eine ketogene Ernährung führt zwangsläufig zu Mangelernährung

Eine ketogene Ernährung muss nicht automatisch eine unzureichende Nährstoffversorgung bedeuten.

Entscheidend sind die Auswahl der Lebensmittel, eine ausreichende Energiezufuhr und die individuelle gesundheitliche Situation.

Eine ausgewogen zusammengestellte ketogene Ernährung kann beispielsweise folgende Lebensmittel enthalten:

  • Kohlenhydratarmes Gemüse wie Brokkoli, Zucchini, Spinat und Blumenkohl

  • Hochwertige Fettquellen wie Olivenöl, Avocados, Nüsse und Samen

  • Eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch, Eier, Fleisch und Milchprodukte

  • Kleine Mengen zuckerarmer Beeren

Allerdings kann eine stark eingeschränkte Lebensmittelauswahl das Risiko einer Unterversorgung erhöhen.

Besonders während einer Krebstherapie ist eine ausreichende Versorgung mit Energie, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen wichtig.

Eine begleitende Ernährungsberatung kann helfen, die ketogene Ernährung an den individuellen Bedarf anzupassen und eine unerwünschte Mangelernährung zu vermeiden.

Kritikpunkt 3: Krebspatienten verlieren durch eine ketogene Ernährung zu viel Gewicht

Die ketogene Ernährung wird häufig mit Gewichtsreduktion in Verbindung gebracht. Eine Gewichtsabnahme ist jedoch nicht zwangsläufig das Ziel einer ketogenen Ernährung bei Krebs.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 untersuchte die Auswirkungen ketogener Ernährungsformen auf verschiedene gesundheitliche Parameter von Krebspatienten.

Dabei beobachteten die Forscher unter anderem:

  • Eine Verringerung der Körperfettmasse

  • Eine Reduktion des viszeralen Bauchfetts

  • Niedrigere Blutzucker- und Insulinwerte

  • Verbesserungen bei einzelnen untersuchten Parametern der Lebensqualität

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen einem gezielten Abbau überschüssigen Körperfetts und einem krankheitsbedingten Gewichts- oder Muskelverlust.

Gerade bei bereits untergewichtigen Patienten oder einer bestehenden Krebskachexie hat der Erhalt von Körpergewicht und Muskelmasse besondere Bedeutung.

Eine ketogene Ernährung sollte deshalb ausreichend Energie und Eiweiß liefern und bei Krebspatienten nur unter fachlicher Begleitung umgesetzt werden.

Kritikpunkt 4: Eine ketogene Ernährung ist zu streng und im Alltag kaum umsetzbar

Die ketogene Ernährung erfordert eine deutliche Reduktion der Kohlenhydratzufuhr. Wie stark diese ausfallen muss, hängt jedoch von der individuellen Stoffwechselsituation und dem gewählten Ernährungskonzept ab.

Nicht jeder Mensch benötigt dieselbe Kohlenhydratmenge, um eine ernährungsbedingte Ketose zu erreichen. Auch in klinischen Studien werden unterschiedliche ketogene Ernährungsformen untersucht.

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 zur ketogenen Ernährung bei Glioblastomen untersuchte 41 Studien mit verschiedenen Ernährungskonzepten. Die Ergebnisse zeigten, dass eine ketogene Ernährung für viele der untersuchten Patienten umsetzbar war. Mehr als 75 % hielten in den ausgewerteten Untersuchungen eine ernährungsbedingte Ketose aufrecht.

Ketogene Ernährung wird im Alltag immer einfacher

Mittlerweile haben sich zahlreiche Unternehmen darauf spezialisiert, praktische und kundenfreundliche Keto-Produkte zu entwickeln, die eine kohlenhydratreduzierte Ernährung im Alltag erleichtern.

Auch TAVARLIN bietet hierfür eine Auswahl an Produkten, die sich gut in ein ketogenes Ernährungskonzept integrieren lassen:

  • Metabolic Sensitizer Shake – Keto Drink: Praktische Ergänzung für die ketogene Ernährung.

  • Keto-geeignete Produkte: Zucker und Zuckeralternativen, Schokoladen, oder Riegel  für eine abwechslungsreiche, kohlenhydratbewusste Ernährung.

Entscheidend ist  nicht eine starre Kohlenhydratgrenze, sondern ein individuell abgestimmtes Ernährungskonzept, das sich gut in den Alltag integrieren lässt und gleichzeitig eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung sicherstellt.

Für Krebspatienten ist dabei besonders wichtig, dass die Ernährungsumstellung mit dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt wird und spezielle Keto-Produkte keine notwendige medizinische Ernährungstherapie ersetzen.

Kritikpunkt 5: Eine ketogene Ernährung ist eine zusätzliche Belastung für Krebspatienten

Eine Krebsdiagnose und die anschließende Behandlung stellen Betroffene häufig vor große körperliche und psychische Herausforderungen.

Eine zusätzliche Ernährungsumstellung kann deshalb unterschiedlich erlebt werden.

Manche Patienten möchten sich bewusst mit ihrer Ernährung beschäftigen und selbst aktiv zu ihrer gesundheitlichen Versorgung beitragen. Andere empfinden strenge Ernährungsvorgaben möglicherweise als zusätzliche Belastung.

Die Forschung untersucht auch, wie sich eine ketogene Ernährung auf das Wohlbefinden während einer Krebstherapie auswirkt.

Die Metaanalyse aus dem Jahr 2025 beobachtete unter anderem Verbesserungen bei Müdigkeit, Schlafproblemen sowie einzelnen emotionalen und sozialen Aspekten der Lebensqualität.

Diese Ergebnisse sind interessant, lassen sich jedoch nicht auf jeden Patienten übertragen.

Eine begleitende ketogene Ernährung sollte deshalb immer zur persönlichen Situation passen und die Lebensqualität möglichst unterstützen, anstatt zusätzliche Einschränkungen zu verursachen.

Fazit: Ketogene Ernährung bleibt ein interessantes Forschungsgebiet der Krebstherapie

Die wissenschaftliche Forschung zur ketogenen Ernährung bei Krebs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt.

Neuere Studien zeigen, dass eine ketogene Ernährung bei ausgewählten Krebspatienten verschiedene Stoffwechselparameter positiv beeinflussen kann. Auch hinsichtlich der Körperzusammensetzung und einzelner Aspekte der Lebensqualität wurden interessante Ergebnisse beobachtet.

Eine individuell abgestimmte ketogene Ernährung kann deshalb ein interessanter begleitender Ansatz sein, dessen tatsächlicher Nutzen für den Verlauf einer Krebserkrankung weiter erforscht wird.

Für Krebspatienten stehen dabei eine ausreichende Nährstoffversorgung, der Erhalt der Muskelmasse und die Abstimmung mit dem behandelnden onkologischen Team im Mittelpunkt.

Wissenschaftliche Quellen

Salido-Bueno et al. (2024): Effects of ketogenic diets on cancer-related variables: A systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Nutrition Bulletin.

Zhang et al. (2025): Impact of ketogenic diets on cancer patient outcomes: a systematic review and meta-analysis.Frontiers in Nutrition.

Firdous et al. (2026): Efficacy and safety of ketogenic diet in glioblastoma: an updated systematic review and meta-analysis. Neurological Sciences.

Khodabakhshi et al. (2020): Effects of Ketogenic metabolic therapy on patients with breast cancer: A randomized controlled clinical trial. Clinical Nutrition.

Muscaritoli et al. (2021): ESPEN practical guideline: Clinical Nutrition in cancer. Clinical Nutrition.

Augen auf beim Einkauf

Woran erkenne ich gute Lebensmittel?

„Fitness“, „Wellness“ oder „mit natürlichen Zutaten“: Verpackungen versprechen viel. Ob ein Produkt eine gute Wahl ist, zeigt sich jedoch nicht an seinem Namen oder einem Bild von Früchten. Entscheidend sind die Zutaten, die Nährwerte und der Platz des Lebensmittels in der gesamten Ernährung.

Dieser Artikel hilft,  Lebensmittel im Supermarkt schnell und realistisch zu vergleichen. Eine einzelne Zahl oder ein einzelnes Siegel macht kein Lebensmittel automatisch „gut“ oder „schlecht“ – manchmal lohnt sich ein Vergleich ähnlicher Produkte, etwa zweier Müslis, Joghurts oder Brotaufstriche.

Tipp 1: Werbung ist kein Nährwertprofil

Begriffe wie „Fit“, „Balance“, „Protein“, „natürlich“ oder „ohne Zuckerzusatz“ können Eigenschaften beschreiben, ersetzen aber keinen Blick auf die Rückseite der Verpackung. Auch eine Frucht auf der Vorderseite bedeutet nicht automatisch, dass viel Frucht enthalten ist.

Praktische Regel: Prüfen Sie zuerst Zutatenliste und Nährwerttabelle. Achten Sie bei Produkten mit einer hervorgehobenen Zutat – zum Beispiel Erdbeeren im Erdbeerjoghurt oder Haselnüssen in einer Creme – auf die Prozentangabe. Sie zeigt, wie viel davon tatsächlich enthalten ist.

Tipp 2: Zutatenliste richtig lesen

Zutaten stehen grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils zum Zeitpunkt der Herstellung. Was weit vorne steht, prägt das Produkt meist stärker als eine Zutat am Ende der Liste. Bei beworbenen oder im Produktnamen genannten Zutaten muss die Menge in vielen Fällen als Prozentangabe genannt werden.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Stehen Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse oder andere gewünschte Zutaten weit vorne?
  • Wie viele Zutaten dienen vor allem dem Süßen, Salzen oder starken Verfeinern?
  • Sind Allergene für Sie oder andere Personen im Haushalt relevant? Sie sind in der Zutatenliste hervorgehoben.
  • Passt das Produkt zu Ihrem Alltag – etwa bei Zöliakie, Allergien, veganer Ernährung oder einer medizinisch empfohlenen Ernährungsweise?

Tipp 3: Nährwerte immer pro 100 g oder 100 ml vergleichen

Die verpflichtende Nährwertdeklaration nennt Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz – in der Regel pro 100 g oder 100 ml. Genau diese Bezugsgröße eignet sich für einen fairen Vergleich. Freiwillige Portionsangaben können zusätzlich hilfreich sein, wenn die Portion realistisch ist; sie ersetzen den Vergleich pro 100 g bzw. 100 ml aber nicht.

Die Prozentangaben der Referenzmenge (% RM) beziehen sich auf einen durchschnittlichen Erwachsenen. Sie sind keine individuelle Empfehlung und passen beispielsweise nicht automatisch zu Kindern, älteren Menschen, sportlich sehr aktiven Personen oder Menschen mit Erkrankungen.

Worauf schauen? Gute Vergleichsfrage
Energie Liefert das Produkt für seinen Zweck viel Energie – etwa als Snack oder Getränk?
Zucker Wie viel Zucker enthält es im Vergleich zu ähnlichen Produkten?
Salz Ist der Salzgehalt im Vergleich eher niedrig? Gerade Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichte und Snacks können viel beitragen.
Gesättigte Fettsäuren Ist der Anteil gegenüber vergleichbaren Produkten niedrig?
Ballaststoffe Enthält das Produkt durch Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse oder Samen nennenswert Ballaststoffe?

Als Orientierung empfiehlt die DGE Erwachsenen mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag und höchstens 6 g Speisesalz pro Tag. Diese Werte gelten für die Ernährung insgesamt – nicht als starre Grenze für jedes einzelne Lebensmittel.

Tipp 4: Zucker richtig einordnen – statt nach „verstecktem“ Zucker zu suchen

Zucker ist in der Zutatenliste nicht versteckt: zugesetzte Zutaten müssen benannt werden. Die vielen Bezeichnungen können die Einordnung aber erschweren. In der Nährwerttabelle bedeutet „davon Zucker“ die Summe aller Zucker im Produkt – auch natürlicherweise vorkommender Zucker, etwa aus Milch oder Obst. Sie zeigt nicht, wie viel Zucker zugesetzt wurde.

Häufige süßende Zutaten

Bezeichnung in der Zutatenliste Einordnung
Zucker, Saccharose, Glukose, Dextrose, Fruktose Zuckerarten; in der Ernährung insgesamt sparsam einsetzen.
Glukose-, Fruktose- oder Reissirup, Invertzuckersirup, Agavendicksaft Süßende Zutaten; „Sirup“ oder „Agave“ macht sie nicht automatisch günstiger.
Honig, Fruchtsaftkonzentrat, Dattelpaste, Trockenfrüchte Können ein Produkt süßen und Zucker beitragen; je nach Lebensmittel bringen sie zusätzlich Aromen oder Nährstoffe mit.
Erythrit, Xylit, Sorbit und andere Polyole Zuckeraustauschstoffe. Sie können bei größeren Mengen abführend wirken; der Hinweis ist dann auf der Packung vorgeschrieben.
Steviolglycoside, Sucralose, Acesulfam K u. a. Süßstoffe. Sie liefern meist keine oder kaum Energie, sind aber kein Freifahrtschein für eine insgesamt ausgewogene Ernährung.

Was bedeuten „zuckerarm“ und „zuckerfrei“?

Für diese Werbeaussagen gibt es in der EU feste Bedingungen:

Angabe auf der Packung Zulässig, wenn …
zuckerarm höchstens 5 g Zucker pro 100 g bei festen Lebensmitteln bzw. 2,5 g pro 100 ml bei Getränken enthalten sind.
zuckerfrei höchstens 0,5 g Zucker pro 100 g bzw. 100 ml enthalten sind.
ohne Zuckerzusatz keine Mono- oder Disaccharide und keine anderen wegen ihrer süßenden Wirkung verwendeten Lebensmittel zugesetzt wurden. Enthält das Produkt von Natur aus Zucker, muss darauf hingewiesen werden.

Tipp 5: Fettqualität und Salz mitbewerten

Fett ist kein Makel: Es liefert Energie und enthält essenzielle Fettsäuren. Für die Auswahl ist die Fettqualität meist wichtiger als die bloße Fettmenge. Bevorzugen Sie im Alltag vor allem ungesättigte Fettquellen wie Raps-, Oliven-, Walnuss- oder Leinöl sowie Nüsse und Samen. Häufige Quellen gesättigter Fettsäuren – etwa fettreiche Wurstwaren, Margarine oder Palmfett – sind eher etwas für kleinere Mengen.

„(Teil-)gehärtete Fette“ sind heute kein verlässlicher Schnelltest mehr. Für industriell erzeugte Transfette gilt in der EU ein Höchstgehalt von 2 g je 100 g Fett. Ein Blick auf die gesamte Zutatenliste und den Gehalt an gesättigten Fettsäuren bleibt trotzdem sinnvoll.

Palmöl ist nicht pauschal „giftig“ oder grundsätzlich zu meiden. Es enthält jedoch vergleichsweise viele gesättigte Fettsäuren; bei raffinierten pflanzlichen Ölen können zudem prozessbedingte Kontaminanten ein Thema sein. Für den Alltag sind Produkte mit überwiegend ungesättigten Ölen meist die günstigere Wahl. Wer auch die Umweltwirkung berücksichtigen möchte, kann zusätzlich auf glaubwürdige Nachhaltigkeitsinformationen und insgesamt wenig stark verarbeitete Alternativen achten.

Beim Salz lohnt sich der Vergleich besonders. Viel Salz stammt nicht nur aus dem Salzstreuer, sondern aus Brot und Backwaren, Käse, Wurst, Fertigprodukten, Saucen und Knabberartikeln. Wählen Sie innerhalb einer Produktgruppe häufiger die salzärmere Variante und würzen Sie zu Hause mit Kräutern und Gewürzen.

Tipp 6: Verarbeitungsgrad und Alltagstauglichkeit zählen

Ein gutes Lebensmittel muss nicht unverarbeitet sein: Tiefkühlgemüse, Naturjoghurt, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte aus der Dose ohne viel Salz oder ungesalzene Nüsse können sehr praktische und gute Optionen sein. Kritisch wird es eher, wenn ein Produkt im Alltag vor allem viel Zucker, Salz, gesättigte Fette und Energie liefert, aber wenig sättigende oder nährstoffreiche Zutaten.

Eine alltagstaugliche Basis bilden vor allem Gemüse und Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie pflanzliche Öle. Die aktuellen DGE-Empfehlungen betonen eine überwiegend pflanzliche Auswahl, mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, regelmäßig Hülsenfrüchte und täglich eine kleine Portion Nüsse. Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke und salzige Snacks bleiben Genussmittel – nicht die Basis der Ernährung.

Tipp 7: Siegel sinnvoll nutzen

Auch Bio-, Fairtrade- oder Nachhaltigkeitssiegel beantworten unterschiedliche Fragen: Sie können Hinweise auf Anbau, Umwelt- oder Sozialstandards geben, sind aber kein vollständiges Urteil über den Gesundheitswert eines Lebensmittels. Prüfen Sie daher immer, wofür ein Siegel konkret steht.

Der 30-Sekunden-Check im Supermarkt

  1. Vergleichen Sie ähnliche Produkte pro 100 g oder 100 ml.
  2. Lesen Sie die ersten Zutaten und die Prozentangaben beworbener Zutaten.
  3. Achten Sie besonders auf Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe.
  4. Wählen Sie häufiger Varianten mit Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und ungesättigten Ölen.
  5. Nutzen Sie Siegel als Zusatzinformation, nicht als alleiniges Kriterium.

 

Hinweis

Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung. Bei Diabetes, Zöliakie, Allergien, Nierenerkrankungen, Essstörungen oder anderen medizinischen Situationen sollten Sie individuelle Empfehlungen mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft abstimmen.

Quellen und weiterführende Informationen

D-Mannose in der Krebsforschung: Derzeitiger Stand der Wissenschaft

Im Fokus der modernen Krebsforschung steht vermehrt der veränderte Zuckerstoffwechsel von Tumorzellen. Da bösartige Gewebe für ihr Wachstum signifikant mehr Glukose benötigen als gesunde Zellen, suchen Wissenschaftler nach Wegen, diesen Stoffwechsel gezielt zu stören. Der Einfachzucker D-Mannose rückt dabei zunehmend in den Mittelpunkt präklinischer Untersuchungen.

Zuckerstoffwechsel und Tumorzellen

Bereits in den 1920er Jahren beschrieb Otto Warburg, dass viele Tumorzellen Glukose bevorzugt über den Weg der anaeroben Glykolyse verstoffwechseln. Da dieser Prozess im Vergleich zur Zellatmung weniger effizient ist, steigt der Glukosebedarf der Krebszellen drastisch an. Ein vollständiger Verzicht auf Glukose über die Nahrung ist jedoch nicht praktikabel, da auch gesundes Gewebe auf diesen Energieträger angewiesen ist.

Wirkungsweise von D-Mannose im Zellversuch

D-Mannose ist ein natürlich vorkommendes Monosaccharid (Hexose), das unter anderem in Früchten wie Preiselbeeren, Cranberrys oder Äpfeln sowie als Bestandteil von Zellmembranen vorkommt. Das biochemische Interesse erklärt sich wie folgt:

  • Transport und Aufnahme: D-Mannose wird von Zellen über ähnliche Transporter wie Glukose aufgenommen.

  • Hemmung der Glukoseverwertung: In Zellkultur- und Tiermodellen zeigte sich, dass eine hohe D-Mannose-Konzentration die Verwertung von Glukose in Tumorzellen beeinträchtigen kann, ohne die Energieversorgung von gesundem Gewebe im gleichen Ausmaß zu stören.

  • Verstärkung von Therapien: In Laboruntersuchungen führte die Gabe von Mannose bei bestimmten Tumorarten zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Chemotherapeutika (z. B. Cisplatin, Doxorubicin, 5-Fluorouracil) sowie Strahlentherapien.

Aktuelle Forschungsergebnisse aus Labor und Tiermodell

Mehrere internationale Arbeitsgruppen haben in den letzten Jahren detaillierte Mechanismen beschrieben:

  • Tumorwachstum und Chemotherapie (2018): Eine Studie im Fachjournal Nature zeigte an Mäusen, dass die Gabe von Mannose das Wachstum verschiedener Tumorarten verlangsamen und die Wirkung von Chemotherapeutika verstärken konnte.

  • Immuntherapie bei Brustkrebs (2022): Im Fachmagazin PNAS beschrieb eine Forschungsgruppe, dass D-Mannose in Zell- und Tiermodellen von tripel-negativem Brustkrebs den Abbau des immununterdrückenden Moleküls PD-L1 fördern und dadurch die T-Zell-Aktivität unterstützen kann.

  • Darmgesundheit und Entzündungen (2018 / 2024): Neben Untersuchungen zu Krebserkrankungen existieren präklinische Studien (z. B. in Cell Reports und Food & Function), die Effekte von D-Mannose auf die Zusammensetzung der Darmmikrobiota sowie auf Entzündungsprozesse bei experimenteller Colitis im Tiermodell untersuchten.

Fazit

Präklinische Daten weisen darauf hin, dass D-Mannose ein interessanter Ansatzpunkt für ergänzende Therapiekonzepte sein könnte. Derzeit wird in weiteren wissenschaftlichen Studien geprüft, inwieweit sich diese Ergebnisse aus dem Labor auf den menschlichen Organismus übertragen lassen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der neutralen Information über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. Er stellt keine medizinische Empfehlung oder Behandlungsanweisung dar.

Quellen:

Gonzalez, P. S., et al. (2018). Mannose impairs tumour growth and enhances chemotherapy. Nature, 563, 719–723.

Harada, Y., et al. (2023). Metabolic clogging of mannose triggers dNTP loss and genomic instability in human cancer cells. eLife, 12, e83870.

Zhang, R., et al. (2022). D-mannose facilitates immunotherapy and radiotherapy of triple-negative breast cancer via degradation of PD-L1. PNAS, 119(52), e2114851119.

Al Hadeethi, S., et al. (2023). Mannose Inhibits the Pentose Phosphate Pathway in Colorectal Cancer and Enhances Sensitivity to 5-Fluorouracil Therapy. Cancers, 15(8), 2268

Luo, H., et al. (2022). Mannose enhances the radio-sensitivity of esophageal squamous cell carcinoma. Discovery Oncology, 13, 1.

Sharma, V., et al. (2018). Mannose Alters Gut Microbiome, Prevents Diet-Induced Obesity, and Improves Host Metabolism. Cell Reports, 24(12), 3087–3098.

Zhang, H., et al. (2024). D-Mannose promotes recovery from experimental colitis by inducing AMPK phosphorylation. Food & Function, 15. 8.

Lieu, E. L., et al. (2021). Fructose and Mannose in Inborn Errors of Metabolism and Cancer. Metabolites, 11(8), 479. 9.

Nan, F., et al. (2022). Mannose: A Sweet Option in the Treatment of Cancer and Inflammation. Frontiers in Pharmacology, 13, 877543.